Datenblätter sagen viel über Kanäle, Chassis und Wattzahlen – aber wenig darüber, wie ein Gerät im Wohnzimmer tatsächlich klingt. Deshalb haben wir sechs sehr unterschiedliche Soundlösungen bei uns im Vorführraum aufgebaut und nacheinander mit demselben Material gehört: einem Musikstück, einem Dolby-Atmos-Trailer und einer Filmszene.

Das Ergebnis ist ausdrücklich kein Ranking. Die sechs Kandidaten verfolgen so unterschiedliche Konzepte, dass ein „Sieger" wenig aussagen würde: Eine One-Body-Soundbar, die bewusst ohne Zusatzlautsprecher auskommt, lässt sich nicht sinnvoll gegen ein komplettes Wireless-Heimkino stellen. Sinnvoll ist die andere Frage – welches Konzept passt zu welchem Menschen und welchem Raum? Genau darauf läuft dieser Beitrag hinaus.

Bewusst nicht dabei sind die Soundbars der TV-Hersteller. Nicht, weil sie schlecht wären – gerade in Sets mit Subwoofer und Rears bieten sie erstaunlich viel fürs Geld. Aber die Modellzyklen sind kurz, die Geräte eng auf die eigenen Fernseher abgestimmt, und wir konzentrieren uns auf Produkte, die auch beim nächsten TV-Wechsel noch Sinn ergeben.

Ein wichtiger Hinweis vorweg: Klang ist subjektiv, und Raumakustik verändert das Ergebnis massiv. Was hier steht, ist ein ehrlicher Höreindruck aus unserem Vorführraum – kein Messprotokoll. Wer es genau wissen will, hört selbst. Dafür sind wir da.

Inhaltsverzeichnis

  1. So haben wir gehört
  2. Devialet Dione – die kompromisslose One-Body
  3. KEF XIO – die ausbaubare Harmonische
  4. Canvas HiFi – die HiFi-Anlage im TV-Format
  5. Yamaha True X Surround 90A – das Komplettset
  6. Sonos Arc Ultra – das modulare Ökosystem
  7. Canton Smart A45 – kein Soundbar-Kompromiss mehr
  8. Was wir gelernt haben
  9. Für wen passt was?

1. So haben wir gehört

Alle Kandidaten standen im selben Raum, auf derselben Position, jeweils auf Ohrhöhe der Sitzposition. Wo eine automatische Raumeinmessung vorhanden war, haben wir sie durchgeführt – das gehört zum realistischen Betrieb dazu und macht bei einigen Geräten einen erheblichen Unterschied.

Gehört wurde dreimal dasselbe:

  • Ein Musikstück mit weiblicher Stimme, räumlicher Gitarre, tiefen Frequenzen und einem ruhigen Klavierpart gegen Ende – gut geeignet, um Tonalität, Bühne und Bassfundament zu beurteilen
  • Ein Dolby-Atmos-Trailer mit Regen, Donner und einem Vogel, der einmal um den Hörplatz kreisen soll – das perfekte Prüfmittel für echten Surround
  • Eine Filmszene mit Sprache aus dem Off, tiefen Männerstimmen und heftiger Dynamik

Wichtig zu wissen: Surround-Formate lassen sich über Video nicht übertragen. Wer das zugehörige Video schaut, hört die räumlichen Effekte nicht – dafür muss man im Raum sitzen. Genau deshalb steht hier so viel beschreibender Text.

2. Devialet Dione – die kompromisslose One-Body

Konzept

Die Dione ist eine reine One-Body-Soundbar im strengsten Sinn: Es lässt sich weder ein Subwoofer noch ein Rücklautsprecher ergänzen. Das ist keine Sparmaßnahme, sondern Absicht – der gesamte Aufwand fließt in das eine Gehäuse. Darin arbeiten 17 selbst entwickelte Chassis: neun Fullrange-Treiber und acht Subwoofer-Treiber in Push-Push-Anordnung, dieselbe Konfiguration wie in Devialets bekannten Phantom-Lautsprechern.

Ausstattung und Praxis

Mit 1200 mm Breite und nur 77 mm Höhe passt sie gut unter aktuelle Fernseher; die charakteristische Kugel in der Mitte lässt sich für Wandmontage drehen. Anschlussseitig ist sie puristisch: HDMI eARC und optisch, mehr nicht. AirPlay, Spotify Connect, Bluetooth und UPnP sind an Bord, eine Raumeinmessung über die App ebenfalls. Eine Fernbedienung liegt nicht bei, lässt sich aber separat kaufen – im Alltag regelt ohnehin die TV-Fernbedienung mit.

Wer eine große Streaming-Vielfalt in der App erwartet, wird die Dione als knapp empfinden. Wer Einfachheit schätzt, sieht darin einen Vorteil.

Klang bei Musik

Die Überraschung des Tests. Der Bassbereich ist mitreißend und animierend, dabei ohne den aufgeblasenen Filmbass, den man bei so viel Tiefgang befürchten könnte. Stimmen kommen frisch, spritzig und klar, und die Wiedergabe wirkt erstaunlich gelöst vom Gehäuse – man hört weniger „aus der Mitte" als bei anderen kompakten Konzepten. Insgesamt ein Klangbild mit einer gewissen Lässigkeit und Souveränität.

In den obersten Frequenzen gibt es Bars mit etwas mehr Detailakzenten. Die Dione entscheidet sich hier für Harmonie statt maximaler Brillanz – Geschmackssache, aber langzeittauglich.

Klang bei Film und Surround

Der Bass ist abgrundtief. Ohne Vorwissen würde man schwören, dass ein Subwoofer im Raum steht – aus einem Gehäuse dieser Bauhöhe eine bemerkenswerte Leistung. Das Klangbild ist weich und harmonisch, der Surround-Effekt kommt etwas näher an den Hörplatz heran als bei manchen Mitbewerbern.

Der Atmos-Effekt gelingt gut: Der Regen im Trailer wirkte authentisch von oben, deutlich mehr über dem Hörplatz als vor ihm. Der Vogel, der eigentlich einmal komplett umkreisen soll, wanderte von links nach rechts und dann ein Stück von hinten in die Mitte – für eine Bar ohne physische Rears eine achtbare Leistung, aber eben nicht dasselbe wie echte Rücklautsprecher.

Für wen

Für alle, die maximale Einfachheit wollen und Wert auf Bassfundament legen, ohne einen Subwoofer aufstellen zu können oder zu wollen. Ein echter Allrounder für Musik und Film – vorausgesetzt, man akzeptiert, dass hier nichts erweiterbar ist und die Anschlussvielfalt begrenzt bleibt.

Preis: 2.100 € (Black), 3.000 € (Opéra de Paris)*

Devialet Dione ansehen

3. KEF XIO – die ausbaubare Harmonische

Konzept

Optisch ist die XIO der Dione nicht unähnlich – flach, elegant, mit derselben Möglichkeit, sie senkrecht unter den Fernseher an die Wand zu hängen (Wandmontageset serienmäßig im Lieferumfang). Konzeptionell geht KEF aber einen Schritt weiter: Die XIO ist eine 5.1.2-Soundbar mit zwölf Class-D-Verstärkern, die ausbaubar ist. Ein Subwoofer lässt sich per RCA oder kabellos über den KW2-Empfänger anbinden, und auch kabellose Rücklautsprecher sind vorgesehen.

Technisch stecken hier KEFs eigene Entwicklungen drin: sechs Uni-Q-MX-Treiber, vier P185-Racetrack-Tieftöner mit VECO-Regelung, dazu die hauseigene Music Integrity Engine für die Mehrkanalverarbeitung.

Ausstattung und Praxis

1210 × 70 × 165 mm, 10,5 kg, in Silver Grey oder Slate Black. Anschlussseitig ähnlich reduziert wie die Dione – HDMI 2.1 eARC und optisch. Dafür ist die App der Trumpf: Es ist dieselbe Connect-App, die KEF für LS50, LS60, LS Lux und LSX nutzt, entsprechend gereift. Neben der automatischen Raumkalibrierung (Intelligent Placement Technology) gibt es auch manuelle Anpassung, Dialogmodus und Nachtmodus, und die Streaming-Auswahl ist breit: Tidal Connect, Qobuz, Amazon Music, Deezer, Spotify Connect, AirPlay 2, Google Cast.

Eine Fernbedienung liegt bei. Wer schon KEF-Lautsprecher besitzt, bedient alles über dieselbe App.

Klang bei Musik

Hier passierte etwas, das im ganzen Testfeld unter den One-Body-Lösungen einzigartig war: Das Klangbild dehnte sich nicht nur in Breite und Höhe aus, sondern auch nach hinten in den Raum. Das macht die Wiedergabe insgesamt größer und war der überraschendste Einzeleindruck des Vergleichs.

Die Stimme kam angenehm, der Detailreichtum war gut, ohne aufdringlich zu sein. Wir haben bewusst auf neutral gehört – die App bietet umfangreiche Eingriffsmöglichkeiten, aber Stereomusik künstlich mit Raumeffekten aufzublasen, halten wir für eine Verschlimmbesserung. Der Bass war ausgesprochen gut; einen Subwoofer haben wir in diesem Raum nicht vermisst, wenn auch nicht ganz so spektakulär wie bei der Dione.

Klang bei Film und Surround

„Harmonisch" trifft es am besten. Die XIO ist nie spektakulär oder aggressiv, sondern durchweg entspannt und souverän – und genau das macht sie langzeittauglich.

Bemerkenswert: Obwohl KEF die Option auf physische Rears bietet, haben wir sie hier kaum vermisst. Sowohl im Atmos-Trailer als auch in der Filmszene füllte das Klangbild den ganzen Raum – Stimmen kamen aus allen Ecken, hinten links, hinten rechts, hinter dem Hörplatz. Der Atmos-Anteil wirkte näher über dem Hörplatz als bei den vorherigen Kandidaten. Unter den reinen Frontlösungen hatte die XIO für uns die größte Räumlichkeit.

Für wen

Für alle, die eine flache, elegante Bar wollen, aber sich die Option auf Subwoofer und Rears offenhalten möchten. Ideal auch für Besitzer anderer KEF-Produkte. Wer maximale Einstellmöglichkeiten schätzt, findet hier die flexibelste App im One-Body-Feld.

Preis: 2.299 €*

KEF XIO ansehen

4. Canvas HiFi – die HiFi-Anlage im TV-Format

Konzept

Der Sonderfall im Testfeld – und streng genommen gar keine Soundbar.

Die dänischen Entwickler haben sich eine Frage gestellt, die eigentlich naheliegt, die aber sonst niemand konsequent beantwortet: Fernseher liefern heute ein Bild, das technisch kaum noch zu steigern ist. Warum akzeptieren wir dann beim Ton, dass er dem Bild hinterherhinkt? Und warum stellen wir eine Leiste vor den Fernseher oder Boxen daneben, wenn beides doch eigentlich zusammengehört?

Canvas ist die Antwort darauf. Das System verschmilzt mit dem Fernseher – mechanisch und optisch. Es trägt den TV, ersetzt dessen Fuß und bildet mit ihm eine Einheit, die aussieht, als wäre sie so entworfen worden. Kein Gerät davor, kein Gerät daneben, kein Kabelsalat. Nur Bild und darunter eine Fläche aus Kvadrat-Stoff oder Holzlamellen, dreizehn Varianten zur Wahl, wahlweise auf dem Boden stehend oder an der Wand.

Der entscheidende Punkt ist aber, was dahintersteckt: kein Array aus zwanzig kleinen Chassis mit viel Rechenarbeit, sondern schlicht ein sehr guter Stereolautsprecher. Hochwertige Bass-/Mitteltöner, ordentliche Hochtöner, 24 Liter Gehäusevolumen – das sind Zutaten aus dem klassischen HiFi-Bau, nicht aus dem Soundbar-Regal.

Das eigentliche Kunststück löst eine Technologie namens BACCH 3D, entwickelt an der Princeton University. Sie löst ein Problem, an dem solche Konzepte sonst scheitern: Wenn zwei Lautsprecher nur einen Meter auseinanderstehen, entsteht normalerweise keine Stereobühne. BACCH sorgt dafür, dass jedes Ohr im Wesentlichen nur den ihm zugedachten Lautsprecher hört – und aus einem gut einen Meter breiten Gerät wird eine Bühne von drei bis vier Metern. Ohne dass der Klang dabei künstlich oder gefärbt wirkt.

Kein Dolby Atmos. Das ist keine Auslassung, sondern die logische Konsequenz: Wer echte Stereoqualität zum Ziel hat, baut kein Kanal-Array. Man muss wissen, worauf man sich einlässt – und was man dafür bekommt.

Ausstattung und Praxis

HDMI eARC, Toslink und analog – womit sich auch ein Plattenspieler anschließen lässt. Dazu AirPlay 2, Chromecast, Roon, Tidal und Spotify. Die Raumkorrektur läuft über eine iOS-App und dauert etwa eine Minute; sie ist als Einrichtungswerkzeug gedacht, nicht zum täglichen Spielen.

Passend für Fernseher von 55" bis 85", mit dreizehn Frontvarianten: Textil in Schwarz oder Hellgrau, acht Kvadrat-Stoffe oder Holzlamellen in Eiche, Mahagoni oder Nussbaum.

Klang bei Musik

Für uns die beste Stereowiedergabe des gesamten Testfelds. Trotz deutlich niedrigerer Aufstellung als die anderen Kandidaten stand die Stimme exakt in der Bildmitte – das System hebt das Klangbild hörbar an. Die räumlich aufgenommene Gitarre kam tatsächlich von links und rechts, aus dem Raum heraus. Dass da vorne nur zwei Lautsprechersysteme spielen, ist beim Hören schwer zu glauben.

Der Bass profitiert vom Gehäusevolumen: natürlich, souverän, nie angestrengt, und er reicht weit hinunter. Ein Subwoofer ist weder vorgesehen noch nötig. Das Klavier im ruhigen Teil kam sehr natürlich – es klang nicht nach DSP-Sounddesign, sondern nach einem ehrlichen Lautsprecher.

Klang bei Film und Surround

Auch hier erstaunlich räumlich, und die Sprachverständlichkeit war die mit Abstand beste im gesamten Test – besser als bei jeder anderen Lösung hier. Wenn Effekte von der Seite kommen, entsteht durchaus eine Wahrnehmung von hinten, wenn auch schwächer als bei den anderen Kandidaten.

Zwei ehrliche Einschränkungen: Der Hinten-Effekt ist vorhanden, aber deutlich zurückhaltender. Und im Trailer fehlte uns beim tiefen Donnergrollen etwas – möglicherweise eine Frequenz, die dem System nicht optimal liegt, während die darüberliegenden Bassfrequenzen sehr kraftvoll kommen.

Für wen

Für alle, denen Musik mindestens genauso wichtig ist wie Film – und die eine ästhetisch integrierte Lösung ohne separates Gerät im Wohnzimmer wollen. Wer Atmos und maximales Surround sucht, ist hier falsch. Wer eine echte HiFi-Anlage sucht, die zufällig auch den Fernsehton übernimmt, findet hier etwas, das es so am Markt kaum ein zweites Mal gibt.

Preis: ab 3.125 € (Solo, ohne Wandhalterung & ohne Frontabdeckung) bis 5.499 € (85" mit Holzabdeckung und Wandhalterung)*

Canvas HiFi ansehen

5. Yamaha True X Surround 90A – das Komplettset

Konzept

Ab hier verlassen wir die Frontlösungen. Das Yamaha-Set besteht aus der Soundbar (1180 × 85 × 143 mm), einem kabellosen Subwoofer und zwei vollständig kabellosen Rücklautsprechern – die akkubetrieben sind und mit passenden Ladestationen kommen. Sie brauchen also nicht einmal eine Steckdose in Sofanähe.

Die Bar hat Height-Beam-Lautsprecher für echtes Dolby Atmos und decodiert zusätzlich DTS:X und AURO-3D.

Ausstattung und Praxis

Was sofort auffällt: die Verarbeitung. Solide Gerätefüße, ein hochwertiges Gefühl beim Anfassen – Yamaha legt bei seinen HiFi-Verstärkern seit jeher Wert auf die Fußkonstruktion, und bei einem Gerät, in dem Lautsprecher und Elektronik zusammensitzen, zahlt sich das hörbar aus.

Gesteuert wird über die MusicCast-App, die über viele Jahre gewachsen ist und entsprechend funktionsreich ausfällt. Eine Fernbedienung liegt bei. Klangmodi gibt es reichlich: Stereo, Straight, All Channel Stereo, SURROUND:AI, 3D Music. Anschlussseitig 1× HDMI in / 1× out (eARC) plus optisch.

Praktischer Nebeneffekt der Akku-Rears: Sie lassen sich in den Single-Modus umschalten und dann als Bluetooth-Lautsprecher im Haus oder im Garten nutzen. Und für Nachrichten oder Serien, bei denen kein Surround benötigt wird, stehen sie eben stumm in der Ladestation.

Klang bei Musik

Wir haben zunächst in reinem Stereo gehört, also ohne Rears. Das Klangbild ist dann kompakter und sehr direkt – nicht schlechter, aber anders als bei den Bars mit dauerhaft aktiven Raumeffekten.

Im 3D-Music-Modus zeigt sich dann Yamahas alte Stärke: Der Raum wird größer, ohne dass Halleffekte oder Verfälschungen dazukommen. Yamaha baut seit den Achtzigern DSP-Prozessoren und hat weltweit Raumakustiken vermessen – man hört, dass hier Erfahrung dahintersteckt.

Die Stimme steht etwas weiter vorne als bei Dione und XIO, das Auflösungsvermögen liegt auf vergleichbarem Niveau. Der Bass ist souverän – hier hat Yamaha es leichter, weil der Subwoofer mitspielt, während die One-Body-Bars alles aus dem eigenen Gehäuse holen müssen. Insgesamt sehr ruhig, sehr sauber, spürbar resonanzarm.

Klang bei Film und Surround

Hier fiel der Satz, auf den der ganze Test hinauslief: Physische Lautsprecher sind offenbar doch noch nicht zu ersetzen.

Zum ersten Mal flog der Vogel im Atmos-Trailer wirklich um den Hörplatz herum. Und in der Filmszene, wenn die Fahrzeuge von hinten kommen und überspringen, steckt eine ganz andere Dynamik dahinter. Das ist eine andere Liga als bei den Frontlösungen – so beeindruckend die sind.

Der externe Subwoofer geht dabei noch eine Etage tiefer als alles, was die One-Body-Bars aus ihren Gehäusen holen. Frequenzen, von denen man annehmen würde, sie seien auf den Filmbeispielen gar nicht vorhanden, sind plötzlich hörbar.

Ehrlich bleiben muss man beim Subwoofer selbst: Von der Anmutung her ist er kein Prachtstück – das ist bei Sets dieser Art häufig so. Klanglich liefert er trotzdem.

Für wen

Für alle, die echtes Surround wollen und bereit sind, Lautsprecher hinter der Sitzposition zu platzieren – zumindest zeitweise. Die Akku-Lösung macht genau das möglich: aufstellen für den Filmabend, danach wieder wegräumen. Preislich das stimmigste Angebot im Testfeld, wenn man bedenkt, dass Subwoofer und Rears bereits enthalten sind.

Preis: 2.457 € (komplettes Set)*

Yamaha True X Surround 90A ansehen

6. Sonos Arc Ultra – das modulare Ökosystem

Konzept

Bei Sonos kauft man selten nur ein Gerät, sondern steigt in ein System ein. Die Arc Ultra ist die aktuelle Spitzen-Soundbar: 15 Class-D-Verstärker, neun Hochtöner (zwei davon nach oben abstrahlend für echte Höhenkanäle), sechs Mitteltöner und der Sound-Motion-Woofer – eine flache Vierfach-Motor-Konstruktion mit Doppelmembran.

Für den Test haben wir das Maximum aufgebaut: Arc Ultra, plus zwei Sub 4, plus zwei Era 300 als Rücklautsprecher. Die Era 300 sind dabei besonders interessant, weil sie selbst nach oben abstrahlen und die Atmos-Kuppel nach hinten schließen.

Ausstattung und Praxis

Anschlussseitig ist Sonos das Gegenteil von großzügig: eine HDMI-eARC-Buchse, optisch nur über einen separaten Adapter. Wer einen Beamer betreiben will, hat hier ein Problem. Aber das ist Absicht – Sonos hält Dinge bewusst einfach.

Und diese Einfachheit ist ein echtes Argument. Einschalten, Trueplay-Einmessung durchführen, fertig. Trueplay funktioniert allerdings nur mit Apple-Geräten; wer keins hat, leiht sich für die einmalige Kalibrierung eines. Feineinstellungen laufen über Schieberegler in der App – ohne Atmos-an-aus-Optionen oder detaillierte Klangprofile.

Die App gehört zu den ausgereiftesten am Markt, die Streaming-Auswahl ist kaum zu übertreffen. Eine Fernbedienung gibt es nicht – wer eine will, ist bei anderen Herstellern besser aufgehoben.

Die eigentliche Stärke: volle Modularität. Man kann mit der Bar allein anfangen, später einen Sub ergänzen, dann Rears, dann einen zweiten Sub. Als Rears funktionieren verschiedene Sonos-Lautsprecher, und über einen Sonos Amp lassen sich sogar passive Wand- oder Deckenlautsprecher einbinden.

Klang bei Musik

Für aktives Musikhören klar besser ohne die Rücklautsprecher. Wir haben sie im Ambient-Modus mitlaufen lassen – das bringt für konzentriertes Hören nichts, ist aber sinnvoll, wenn man sich im Raum bewegt oder Gäste da sind.

Die Subwoofer fügen sich nahtlos ein; man hat nie das Gefühl, dass da ein separates Gerät spielt. Genau so soll es sein.

Gegenüber der älteren Arc ist die Ultra ein spürbarer Fortschritt: Die frühere Neigung, Stereomusik unnatürlich verwaschen darzustellen, ist deutlich zurückgegangen – hier wurde eine bessere Balance gefunden. Trotzdem bleibt der Eindruck, dass Musik bei Sonos die zweite Priorität hat. Es war gut, aber es hat uns nicht gepackt.

Klang bei Film und Surround

Spektakulär. Von der Potenz und vom Lautstärkevermögen her war das Sonos-Setup das kräftigste im ganzen Test. Die Era 300 als Rears machen dabei nicht nur Raumatmosphäre, sondern bringen auch Höhe mit – die Atmos-Kuppel ist nach hinten wirklich geschlossen.

Wo viel Licht ist, ist aber auch Schatten: Ganz so klar und sauber wie das Yamaha-Set spielte es nicht. Wir haben mehr Resonanzen wahrgenommen – möglicherweise, weil die Bar weniger gut vom Möbel entkoppelt ist, möglicherweise, weil zwei Subwoofer den Raum stark anregen. Auch das feine, edle Klangbild von KEF und Devialet erreicht Sonos nicht: Hier ist Attacke angesagt, weniger die leisen Zwischentöne. Auf Dauer kann das eine Spur anstrengend werden.

Für wen

Für alle, die bereits Sonos im Haus haben – da ist die Frage praktisch beantwortet. Und für alle, die sich schrittweise herantasten wollen, statt ein festes Set zu kaufen. Wer Effektfreude und Pegel über Feinzeichnung stellt, wird hier ebenfalls glücklich.

Preise: Arc Ultra 1.099 €, Sub 4 999 €, Era 300 499 € pro Stück*

Das getestete Maximal-Setup lag damit bei rund 4.100 € – aber genau das muss man nicht kaufen. Der Einstieg mit der Bar allein kostet einen Bruchteil davon, und alles Weitere kommt, wann man will.

Sonos System ansehen

7. Canton Smart A45 – kein Soundbar-Kompromiss mehr

Konzept

Zum Abschluss haben wir bewusst die Kategorie verlassen – und dafür braucht es kurz eine Erklärung, was Canton Smart überhaupt ist.

Canton Smart ist eine Produktfamilie, deren Komponenten sich frei miteinander kombinieren lassen: klassische Aktivlautsprecher vom Kompakt- bis zum Standlautsprecher, kleinere Smart Speaker, Center, Soundbars, Subwoofer. Alle sprechen dieselbe Sprache. Man stellt sich also nicht ein fertiges Set ins Wohnzimmer, sondern konfiguriert sich genau die Zusammenstellung, die zum Raum, zum Anspruch und zum Budget passt – und ändert sie später wieder, wenn sich etwas ändert.

Das Verbindungsstück ist eine kleine Zentrale namens Smart Connect. Sie wird per HDMI mit dem Fernseher verbunden, übernimmt die komplette Surround-Decodierung und schickt die einzelnen Kanäle anschließend kabellos an die jeweiligen Lautsprecher – bis zu drei Lautsprecherpaare, einen Center und einen Subwoofer.

Praktisch heißt das: ein vollwertiges Heimkino-System, aber ohne AV-Receiver im Rack und ohne ein einziges Lautsprecherkabel durchs Wohnzimmer. Jeder Lautsprecher braucht nur eine Steckdose in seiner Nähe.

Und genau deshalb gehört Canton Smart in diesen Vergleich. Der Grundgedanke ist derselbe wie bei einer Soundbar mit Funk-Rears – minimaler Installationsaufwand, keine Kabelverlegung. Nur besteht das System eben aus echten Lautsprechern statt aus einem Riegel unter dem Fernseher. Wer möchte, kann sogar eine Canton-Soundbar als Front einsetzen und sie mit Smart Speakern hinten und einem Subwoofer zu echtem Surround ausbauen – dieselbe Logik wie bei Sonos, deutlich kompakter und deutlich günstiger als das, was wir hier gehört haben.

Für den Test haben wir eine Konfiguration im gehobenen Bereich der Familie gewählt: zwei Standlautsprecher Smart A 45 vorne, den Center A 45 CS, zwei Kompaktlautsprecher A 45 BS hinten und den Smart Sub 12 – gesteuert vom Smart Connect 5.1.

Ausstattung und Praxis

Die Front-A45 sind ausgewachsene 3-Wege-Standlautsprecher mit drei 174-mm-Tieftönern und 600 W Systemleistung. Der Smart Connect bietet drei HDMI-Eingänge und einen eARC-Ausgang, dazu optisch, koaxial, analog, AirPlay 2, Chromecast und Spotify Connect. Bedient wird über Fernbedienung und ein TV-Bildschirmmenü.

Ausbaubar ist auch die Atmos-Frage: Der Smart Connect beherrscht Dolby Atmos, es lassen sich weitere Aktivlautsprecher als Höhenkanäle einbinden. Mit dem Smart Amp gehen sogar passive Deckeneinbau-Lautsprecher.

Klang bei Musik

Eine andere Liga – das lässt sich nicht anders sagen. Es ist wie ein freigeschaltetes neues Level. Das liegt zum einen am Volumen, zum anderen aber schlicht an der Aufstellung: Zwischen den Standlautsprechern liegen gut zweieinhalb Meter, und das bekommt keine Soundbar hin – obwohl die Canvas nah herankommt.

Es entsteht eine Präsenz und Souveränität im Raum, bei der sich die Frage nach Klangmodi gar nicht mehr stellt. Diese ehrliche Musikwiedergabe, wie man sie von einer klassischen Stereoanlage kennt, kann offenbar nur ein echter HiFi-Lautsprecher – eine Soundbar kommt heran, aber nicht ganz.

Klang bei Film und Surround

Auch beim Surround war das Canton-System noch einmal eine Dimension besser. Und das, obwohl wir es in klassischem 5.1 gehört haben – ohne Atmos-Höhenkanäle. Man merkt zunächst, dass die Kuppel oben fehlt, weil man sich daran gewöhnt hat. Konzentriert man sich auf das, was da ist, bleibt eine Wahnsinns-Souveränität.

Der spürbare Bass war neu: nicht nur die ganz tiefen Frequenzen aus dem Subwoofer, sondern Druck in der Magengrube. Die Sprachverständlichkeit war hervorragend, und die Auflösung der einzelnen Surround-Effekte vorne, hinten und seitlich kam noch einmal anders rüber als bei den Soundbars.

Für wen

Fairerweise: Das ist ein richtiges Heimkino-Setup gegen Soundbars – der Vergleich ist nicht ganz gerecht, und es wäre traurig, wenn es anders ausginge. Aber genau deshalb steht es hier: um zu zeigen, was möglich ist, wenn man Lautsprecher im Wohnzimmer akzeptiert und trotzdem keine Kabel verlegen will.

Wer solche Lautsprecher cool findet, ist streng genommen gar nicht mehr der Soundbar-Kunde – sondern jemand, der über ein echtes Heimkino nachdenken sollte. Welche Ausbaustufen es dabei gibt, worauf es bei der Aufstellung ankommt und in welcher Reihenfolge man sein Budget einsetzt, steht ausführlich hier: Heimkino-Kaufberatung

Wer eher klein anfangen möchte, findet im Smart-System darunter passende Konfigurationen.

Preise (getestete Konfiguration): Smart A 45 Paar inklusive Smart Connect 5.1 – 3.399 € · A 45 CS Center – 1.145 € (UVP 1.345 €) · A 45 BS Paar – 1.799 € (UVP 2.049 €) · Smart Sub 12 – 899 €*

Canton Smart ansehen · Heimkino Lautsprecher Sets

8. Was wir gelernt haben

Vier Erkenntnisse haben sich über den ganzen Test gezogen:

Erstens: One-Body-Soundbars sind erstaunlich – bis man das Bessere hört. Was Devialet, KEF und Canvas aus einem einzigen Gehäuse holen, hätte man vor einigen Jahren nicht für möglich gehalten. Der Überraschungseffekt ist echt. Er hält nur so lange an, bis im selben Raum ein System mit physischen Rears spielt.

Zweitens: Physische Rücklautsprecher lassen sich nicht simulieren. Der Vogel im Atmos-Trailer flog erst dann wirklich um den Hörplatz, als tatsächlich Lautsprecher hinten standen. Virtuelles Surround kommt weit – aber nicht dorthin. Wer den Effekt will und Lautsprecher aufstellen kann, sollte es tun.

Drittens: Bei Musik trennt sich die Spreu vom Weizen deutlicher als bei Film. Filmton lebt von Effekten und Dynamik, und da liefern alle Kandidaten ab. Musik verlangt Tonalität, Bühne und Timing – und da lagen die Unterschiede zwischen den Geräten am größten.

Viertens: Der externe Subwoofer holt Frequenzen hervor, von denen man nicht wusste, dass sie da sind. Man hört ein Filmbeispiel zehnmal und denkt, tiefer geht es nicht – bis ein Subwoofer im Raum steht, der allein mehr Volumen hat als eine ganze Soundbar.

Die Videos zum Vergleich

Wir haben den kompletten Vergleich auch gefilmt – in zwei Teilen, weil sonst niemand bis zum Ende durchhält. Denk daran: Surround-Formate lassen sich über Video nicht übertragen, die räumlichen Effekte hörst du also nicht. Die Tonbeispiele am Ende der Videos kannst du aber gut miteinander vergleichen.

Teil 1 – die One-Body-Lösungen:

Teil 2 – die Systeme mit Rücklautsprechern:

9. Für wen passt was?

Keine Sieger – aber eine klare Zuordnung.

Du willst maximale Einfachheit: ein Gerät, ein Kabel, fertig

Devialet Dione oder KEF XIO. Beide flach, beide wandmontierbar, beide erstaunlich basskräftig ohne Subwoofer. Die Dione, wenn dir Bassfundament und Understatement wichtiger sind als Erweiterbarkeit. Die XIO, wenn du dir die Tür für Subwoofer und Rears offenhalten möchtest – und die feinere App-Steuerung schätzt.

Musik ist dir mindestens so wichtig wie Film

Canvas HiFi. Die beste Soundbar für Stereowiedergabe im Test und die beste Sprachverständlichkeit dazu. Voraussetzung: Du kannst auf Dolby Atmos verzichten und findest die Idee gut, dass Lautsprecher und Fernseher optisch eine Einheit bilden.

Du willst echtes Surround und ein fertiges Paket

Yamaha True X Surround 90A. Bar, Subwoofer und zwei Akku-Rears in einem Kauf, hervorragend verarbeitet, mit dem klarsten und saubersten Klangbild unter den Surround-Systemen. Die Akku-Rears lösen elegant das Problem, dass man nicht immer Lautsprecher hinter dem Sofa stehen haben möchte.

Du willst schrittweise ausbauen – oder hast schon Sonos

Sonos Arc Ultra. Fang mit der Bar an, ergänze Subwoofer und Rears, wenn du willst. Das potenteste Surround-Erlebnis im Test, mit der ausgereiftesten App. Dafür weniger Feinzeichnung und sehr sparsam bei den Anschlüssen.

Du willst keine Kabel verlegen, aber auch keine Kompromisse beim Klang

Canton Smart. Im Vollausbau mit A45 eine echte Heimkino- und HiFi-Anlage, die drahtlos arbeitet. Und weil das System skalierbar ist, kann man auch mit einer Soundbar plus Subwoofer einsteigen und Smart Speaker später als Rears ergänzen.

Dein Raum ist offen, hat Dachschrägen oder sehr hohe Decken

Dann setze auf physische Rücklautsprecher statt auf reflektiertes Surround – also Yamaha, Sonos oder Canton. Virtuelles Surround braucht Wände und eine Decke, an denen der Schall reflektieren kann.

Deine Soundbar muss in ein geschlossenes Regalfach

Dann fallen alle Lösungen mit nach oben abstrahlenden Atmos-Chassis praktisch aus – der Schall knallt gegen das Brett darüber. Sprich uns an, wir finden eine passende Alternative für deine Möbelsituation.

Du hast einen Beamer statt Fernseher

Achte auf zusätzliche HDMI-Eingänge. Die meisten Kandidaten hier haben nur die eine Buchse zum Bildschirm. Ein System mit mehreren Eingängen – etwa der Canton Smart Connect mit drei HDMI-Eingängen – löst das Problem deutlich eleganter.


Und jetzt: selbst hören

So detailliert wir hier beschreiben – Klang bleibt subjektiv, und dein Raum ist nicht unser Vorführraum. Die meisten dieser Geräte stehen bei uns in Rellingen in der Ausstellung, und was gerade nicht aufgebaut ist, bauen wir für dich auf. Bitte mach dafür einen Termin, damit wir uns in Ruhe Zeit nehmen können.

Wenn der Weg zu weit ist: Beschreib uns deinen Raum, deinen Fernseher und was du damit vorhast – per Telefon oder E-Mail beraten wir genauso ausführlich.

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* Alle genannten Preise sind unverbindliche Preisempfehlungen bzw. unsere Verkaufspreise zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Beitrags. Der Soundbar-Markt ist sehr dynamisch, die tatsächlichen Preise können zum Zeitpunkt des Lesens abweichen. Aktuelle Preise findest du in unserem Onlineshop – und wenn dir ein Preis nicht passt, sprich uns gern an.

Autor: Frank Buck

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